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Bin ich ein schlechter Vater, wenn mich diese alltägliche Morgenroutine mit für die Kinder Brot schmieren, Brotbox packen, Trinkflaschen füllen, …, einfach nur nervt?

Zweifelhafte Altersfreigaben von Filmen

Ich habe kürzlich mit meinem Sohn Fabian (8 Jahre alt) den Film „Coraline“ auf DVD angeschaut und mich dabei auf die Altersfreigabe „ab 6“ verlassen.

Jetzt noch Wochen danach bekomme ich praktisch allabendlich von Fabian zu hören, dass er immer an die Knopfaugen aus diesem Film denken muss und Angst vor Alpträumen davon hat.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bei den „Transformers“ („ab 12“) anschließend keine solchen Probleme hätte… Oder vielleicht doch die „Herr der Ringe“? Leider auch erst „ab 12“.

Aber wer kann schon vorher sagen, was von einem Film bei unseren Kindern nach dem Anschauen „hängen bleiben“ wird…

 

Diagnose ADHS: Hochburg Würzburg

Auffällig seien regionale Unterschiede. Es gebe sogar eine Region, die besonders hervorsteche, nämlich Würzburg und Umgebung. Während die ADHS-Diagnoserate bei Jungen im Alter von zehn bis zwölf Jahren im Jahr 2011 im Bundesschnitt bei knapp zwölf Prozent lag, hätten Ärzte in Unterfranken diese Diagnose bei 19 Prozent dieser Jungen gestellt. Schlenker sagte unter Verweis auf internationale Vergleichsdaten sogar: „Würzburg scheint die Welthauptstadt bei ADHS-Diagnosen zu sein.“ Als Grund nannte er, dass dort besonders viele Kinder- und Jugendpsychiater säßen.

Na, da wohnen wir ja genau richtig.

Oft herrsche die Sorge, dass die Kinder es nicht in gewünschter Weise schafften. „Ich habe mich gefragt, ob wir nicht befristetes Schuldoping betreiben statt die Behandlung einer Krankheit“, sagte er.

Sehr bedenklich. Auf der anderen Seite bekommt diese Diagnose jetzt so ein „Mode-Label“, was wiederum den wirklich unter dieser Krankheit Leidenden sicherlich Unrecht tut…

via Diagnose ADHS: Auch Alter und Einkommen der Eltern für Diagnose sind entscheidend.

Und hier noch eine Artikel auf ZEIT ONLINE als Reaktion auf diesen Krankenkassen-Bericht:

Die Intention hierbei ist löblich. Würden tatsächlich Kindern in Deutschland massenhaft voreilig und fahrlässig Psychopharmaka verabreicht, weil Eltern und Lehrer überfordert sind oder weil kindliches Verhalten in unserer Leistungsgesellschaft keinen Raum mehr findet, wäre das alarmierend. Um diese These zu belegen, bräuchte es allerdings bessere wissenschaftliche Studien.

via Arztreport 2013: Ein Krankenkassen-Bericht ist keine valide ADHS-Studie | Wissen | ZEIT ONLINE.

Und dazu noch ein Kommentar von Gisela Rauch von der Main-Post, dem ich nur zustimmen kann:

Dass in unserer Region jeder fünfte zehnjährige Junge „auffällig“ ist, kann man glauben. Dies mag exzessivem Medienkonsum geschuldet sein oder zu geringer kindgerechter Bewegung; vielleicht auch unglücklichen Familienstrukturen. Was man aber nicht glauben will, ist, dass jeder fünfte Junge hier tatsächlich ADHS haben soll – eine Krankheit, die früher, als Jungs stundenlang Fußball noch draußen und nicht auf dem Computer spielten, nur ausnahmsweise diagnostiziert wurde. Unsere Gesellschaft wird immer weniger kindgerecht. Sie lässt Kindern zu wenig Platz, zwängt sie in immer engere Zeitstrukturen, gibt ihnen falsches Spielzeug und lässt sie selten laut und bewegungsintensiv Kind sein. Eigentlich müssten wir die Gesellschaft therapieren. Stattdessen therapieren wir die Kinder. Warum? Weil es möglich ist, weil hier besonders viele Kinderpsychiater praktizieren. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kids vermutlich nicht weniger auffällig. Womöglich ist der Psychiater aber zu weit weg.

via Standpunkt: Therapiebedürftige Gesellschaft | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt.

 

„Age of first interest“ – Daily Dueck

Unbedingt lesenswert und so wahr!

Das deutsche Kind soll alles von Erwachsenen Gewünschte zum ersten möglichen Zeitpunkt können: Krabbeln, Laufen, Zahnen, Sprechen, Erfolgstopfsetzen, Dankesagen, Zimmeraufräumen, Zähneputzen. Das wird ihm beigebracht, ob es will oder nicht. „Zahn endlich! Andere Babys sind schon im Vorteil!“ Was das Kind selbst interessiert, nervt eher. „Das kannst/verstehst du noch nicht.“ Wieder anderes soll nicht interessieren. Besser nie: Sex. Diese erwachsene Haltung programmiert die Kinder, wo man sie doch entfalten könnte.

via SINNRAUM – Daily Dueck Aktuell.

Was brauchen Kinder eigentlich?

Deutliche Regeln und Grenzen

Dann wissen die Kinder, was erlaubt ist und was nicht. Das gibt ein sicheres Gefühl.

Aufmerksamkeit und Lob

Dann wissen die Kinder, was sie gut machen. Alle Kinder, auch kleine Nervensägen und pubertäre Querschläger, machen viele Dinge gut.

Wärme und Liebe

Ein Lächen, ein Augenzwinkern, eine Umarmung: Kinder brauchen das noch mehr als Erwachsene

Die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken

Wir alle haben Gefühle – angenehme und weniger angenehme. Wenn Kinder ihre Gefühle immer schlucken müssen, bekommen sie eines Tages Bauchschmerzen davon.

Die Erfahrung, ernst genommen zu werden

Wir möchten alle, dass auf uns Rücksicht genommen wird. Kinder wollen das auch. Das bedeutet, dass wir ihnen manchmal genau zuhören müssen, um zu merken, was sie jetzt brauchen.

Geduld

Kinder müssen viel lernen. Das geht nicht alles auf einmal. Und es ist wunderbar für sie, wenn jemand das versteht und akzeptiert.

Die Möglichkeit, zu zeigen, was sie alles können

Alle Kinder müssen irgendwann selbstständig werden. Das gelingt natürlich nur, wenn sie ab und zu zeigen dürfen, was sie schon alles können.

Ein Vorbild, dem sie nacheifern können

Jedes Kind sucht sich jemanden, dem es später ähnlich sein will.

(Aus der Broschüre „Nicht von schlechten Eltern – Informationen für psychisch kranke Eltern und ihre Partner zum Umgang mit ihren Kindern“ vom BApK e.V. und BKK Bundesverband, Januar 2009)

„Erziehung mit der Rute – Liebe geht durch den Stock“

Es ist einfach nur unbegreiflich, was im Namen der Religion oder eines sogenannten „Glaubens“ auch hierzulande alles angerichtet wird…

Schläge müssen weh tun: Kindererziehung mit dem Rohrstock hat in fundamentalchristlichen Kreisen Konjunktur – schließlich steht das so in der Bibel.

Quelle: sueddeutsche.de